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Was ist drin? Erlaubte und verbotene Zusatzstoffe von Zigaretten

Geschätze Lesezeit: 8 Minuten
Kay Habersaat
14.03.2024

Key Facts

  • Die Verwendung von Zusatzstoffen bei der Zigarettenherstellung wird streng überwacht und die Listen regelmäßig aktualisiert.
  • Dabei stehen neben der gleichbleibenden Produktqualität auch eine Eindämmung gesundheitlicher Nachteile und Abhängigkeitserscheinungen im Fokus.
  • Zusatzstoffe, die für die Zigarettenherstellung essenziell sind, werden dabei toleriert und müssen von den Herstellern genau beziffert werden.
  • Zusatzstoffe, die eine zusätzliche Belastung darstellen könnten oder zu einem leichtfertigen Gebrauch animieren, sind verboten.

Um die Gesundheit dieser Menschen zu schützen, prüft das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Zigaretten regelmäßig auf ihre Zusatzstoffe bzw. Inhaltsstoffe. Angesichts der Vielzahl deutscher Raucher, die eine gute Zigarette zu schätzen wissen, scheint dies gerechtfertigt zu sein.

Laut Statista belief sich der tägliche Zigarettenkonsum in Deutschland im Jahr 2023 auf 175 Millionen, theoretisch kämen damit Tag für Tag zwei Zigaretten auf einen deutschen Bürger. Das macht 64 Milliarden Zigaretten im Jahr, Tendenz aktuell fallend. Praktisch konsumieren 22,7 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, also jeder Fünfte, regelmäßig Zigaretten.

Welche Zusatzstoffe überprüft werden, welche als unbedenklich und welche als gesundheitsgefährdend eingestuft sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Tabellle: erlaubte und verbotene Zusatzstoffe von Zigaretten

Was versteht man unter Zusatzstoffen?

Sämtliche Inhalte – mit Ausnahme von Tabak –, die in einer Zigarette enthalten sind, werden als „Zusatzstoffe“ bezeichnet. Dazu zählen unter anderem Aromen, die für das charakteristische Profil einer bestimmten Zigarettenmarke verantwortlich sind, ebenso wie Konservierungsstoffe und Bindemittel.

Insgesamt werden im Rahmen der Herstellung in Deutschland etwa 500 unterschiedliche Stoffe verwendet. Dabei setzen verschiedene Hersteller jeweils nur einen kleinen Teil dieser 500 Stoffe ihren Zigarettenprodukten zu, und nicht alle auf einmal.

FormAktuell müssen sämtliche Zusatzstoffe detailliert bezüglich Inhalt und Menge von den Herstellern an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gemeldet werden.

Zusatzstoffe sind wichtig, um den Konsumenten einen möglichst angenehmen Rauchgenuss zu ermöglichen. Beispielsweise sorgen sie dafür, dass die Zigarette gleichmäßig abbrennt oder bestimmte Stoffe gefiltert werden und nicht in den Organismus gelangen.

Erlaubte Zusatzstoffe
Abbrandbeeinflussende Stoffe
Aromen
Bindemittel
Faserstoffe
Feuchthaltemittel
Katalysatoren
Konservierungsstoffe
Lösungsmittel
Verbotene Zusatzstoffe
Aufnahmefördernde Stoffe
CMR-Eigenschaften
Emissionsfärbende Stoffe
Stimulierende Stoffe
Missverständlicher Gesundheitsnutzen

Erlaubte Zusatzstoffe

Zu den erlaubten Zusatzstoffen zählen jene, die für die Herstellung in Deutschland und die Vermarktung im Land zugelassen sind. Da, wie bereits erwähnt, mehrere hundert Zusatzstoffe verwendet werden, können wir nicht alle einzeln aufführen. Die wichtigsten und am häufigsten eingesetzten werden im Folgenden näher beschrieben.

Abbrand beeinflussende Stoffe

Um ein gleichmäßiges Abbrennen der Zigarette sicherzustellen, wird unter anderem Magnesiumformiat eingesetzt. Dieser Stoff unterstützt einen konstanten Abbrand und sorgt für ein gleichbleibendes Nutzungsverhalten.

Beispiele: Zitronensäure, Magnesiumformiat

Aromen

Zu den erlaubten Aromen in der Tabakindustrie zählt auch Zucker. Dieser ist von Natur aus in Tabakblättern enthalten und kann bis zu 30 Prozent des Blattgewichts ausmachen. Kritiker sehen im Zusatz von Zucker mögliche Auswirkungen auf die Wahrnehmung beim Konsum. Allerdings zerfällt Zucker im Verlauf des thermischen Prozesses, wodurch ein direkter Einfluss ausgeschlossen wird. Daher bleibt dieser Zusatzstoff weiterhin zugelassen.

Beispiele: Zucker

Bindemittel

Guarkernmehl (E 412) wird aus den Samen der Guarpflanze gewonnen und als Klebe- und Verdickungsmittel in der Tabakindustrie eingesetzt. Es kommt beispielsweise bei der Verarbeitung von Filtermaterialien zum Einsatz. Kritiker sehen mögliche Effekte durch enthaltene Zuckeranteile.

Demgegenüber steht, dass E 412 bereits während des Erhitzens zerfällt und somit nicht in den entstehenden Rauch übergeht. Daher bleibt auch dieser Stoff zugelassen.

Beispiele: Guarkernmehl

Faserstoffe

Cellulose ist ein natürlicher Bestandteil pflanzlicher Zellwände. In der Tabakindustrie wird sie vor allem für die Herstellung von Zigarettenpapier oder als Filterumhüllung verwendet. Diskussionen betreffen mögliche Auswirkungen auf Emissionen.

Cellulose und ihre Derivate (E 460 – E 466) sind weiterhin zugelassen, da sie nicht direkt als Tabakzusatzstoffe eingesetzt werden, sondern primär für die Papierherstellung.

Beispiele: Cellulosefasern

Feuchthaltemittel

Ein typisches Feuchthaltemittel ist Glycerin (E 422). Es dient dazu, eine gleichbleibende Qualität von Tabakerzeugnissen – insbesondere während der Lagerung – zu gewährleisten. Kritiker diskutieren mögliche Auswirkungen bei der Nutzung.

Bislang konnte jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden, dass die biologisch-toxische Aktivität bei üblichen Einsatzmengen erhöht wird. Auch Propylenglykol wird in diesem Zusammenhang verwendet.

Beispiele: Glycerin, Kaliumsorbat, Propylenglykol

Katalysatoren

Katalysatoren unterstützen den Herstellungsprozess, indem sie chemische Reaktionen effizienter ablaufen lassen. Sie sind ein funktionaler Bestandteil der Produktion.

Beispiele: Calciumcarbonat, Magnesiumoxid

Konservierungsstoffe

Wie viele natürliche Produkte unterliegen auch Tabakwaren Veränderungen über die Zeit. Konservierungsstoffe werden eingesetzt, um diesen Prozess zu verlangsamen und die Produktqualität möglichst lange stabil zu halten.

Beispiele: Natriumbenzoat

Lösungsmittel

Lösungsmittel ermöglichen die Verteilung und Verarbeitung bestimmter Stoffe, ohne dass dabei chemische Reaktionen ausgelöst werden. Sie sind ein wichtiger Bestandteil im Herstellungsprozess.

Beispiele: Ethanol

Verbotene Zusatzstoffe

Um den Konsumentenschutz zu stärken, werden Zusatzstoffe in Zigaretten regelmäßig überprüft. Dadurch kann sich die Liste der verbotenen Stoffe im Laufe der Zeit erweitern – insbesondere dann, wenn neue Erkenntnisse oder alternative Inhaltsstoffe zur Verfügung stehen.

Aufnahmefördernde Stoffe

Menthol wird aus der japanischen Pfefferminze gewonnen und kann ebenso wie Eukalyptus die Inhalation erleichtern. Durch seine Eigenschaften entsteht ein kühlender Effekt, der das ursprüngliche Profil des Tabaks überlagern kann. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Menthol ebenso wie von Eukalyptus in Zigaretten vor einigen Jahren verboten worden.

Beispiele: Eucalyptus, Menthol

CMR-Eigenschaften (in unverbrannter Form)

Unter CMR versteht man krebsfördernde Stoffe. In diese Kategorie fallen Stoffe, die das Erbgut nachhaltig verändern, die Fortpflanzungsqualität beim Menschen verschlechtern oder Krebs auslösen können. Selbstverständlich sind solche Stoffe in der Zigarettenproduktion streng verboten.

Emissionsfärbende Stoffe

Zigarettenrauch ist grau, es gibt keine Farbunterschiede, Nuancen oder sonstiges und das aus gutem Grund. Emissionsfärbende Stoffe sind nämlich bei der Zigarettenherstellung verboten. Zum einen sind sie nicht notwendig und zum anderen könnten sie Jugendliche zum Konsum animieren.

Stimulierende Substanzen

Auch stimulierende Substanzen wie Koffein, Guarana, Taurin und Ähnliches sind bei der Zigarettenherstellung untersagt. Das liegt zum einen an den möglichen Wechselwirkungen mit dem Nikotin und zum anderen am Aufputschpotenzial.

Beispiele: Koffein, Taurin

Missverständlicher Gesundheitsnutzen

Dass Zigaretten Vitamine, Mineralstoffe oder sonstige gesundheitsnützliche Stoffe enthalten, steht auf keiner einzigen Zigarettenpackung. Aus gutem Grund, denn Tabakerzeugnisse dürfen keinen gesundheitlichen Nutzen suggerieren.

Beispiele: Vitamine, Carnitin

Zusätzlich existieren Sonderregelungen für charakteristische Aromen bei selbst gedrehten Zigaretten. Diese dürfen beispielsweise keine Zusatzstoffe enthalten, die das klassische Tabakaroma überdecken. Auch zusätzliches Nikotin darf nicht zugefügt werden. So müssen Hülsen, Zigarettenpapier und Filter frei von Nikotin sein, um die Werte nicht künstlich anzuheben.

Fazit: Darum ist eine Regelung von Zusatzstoffen bei Zigaretten sinnvoll

Die strikte Regulierung erlaubter und verbotener Zusatzstoffe bei der Zigarettenherstellung bietet Orientierung für Konsumenten. Dadurch lässt sich eine gleichbleibende Produktqualität sicherstellen. Gleichzeitig werden mögliche gesundheitliche Risiken und Abhängigkeitsfaktoren berücksichtigt und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben begrenzt. Auch die regelmäßige Überprüfung der eingesetzten Stoffe bleibt ein wichtiger Bestandteil.

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Portrait von Kay Habersaat, Inhaber von Tabakland

Über den Autor

Kay Habersaat, Inhaber Tabakland

Seit über 25 Jahren bin ich leidenschaftlicher Tabak-Genießer. Von Hamburg aus betreibe ich Tabakland als familiengeführtes Unternehmen und suche für unsere Kunden nach den neusten und besten Tabakprodukten aus aller Welt.

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